Max Bense wurde am 7. Februar 1910 in Straßburg/Elsaß geboren, wo er mit den Eltern bis Ende November 1918 in der Manteuffel-Kaserne (heute Général Foch-Kaserne) am Steinring lebte. Sein Vater war Feldwebel, später Offizierstellvertreter und Chef der 5. Kompanie im Regiment 136. Beim Einzug der französischen Truppen im November 1918 mußte die Familie Straßburg verlassen und nach Nordgermersleben bei Magdeburg, die Heimat des Vaters, übersiedeln. Max Bense hatte in Straßburg zwei Jahre lang das Progymnaisum am Roseneck besucht und fühlte sich Zeit seines Lebens mit dieser Stadt und mit Frankreich verbunden. Er kam zunächst in die Volksschule in Nordgermersleben, anschließend in die Bürgerschule in Neuhaldensleben.

      Als der Vater 1920 eine Stelle in Köln fand, zog die Familie zunächst nach Köln-Baiental, dann nach Köln-Nippes. Max Bense besuchte das Humboldt-Real-Gymnasium, machte das Abitur jedoch im Oktober 1930 als Externer in Köln-Kalk. Er studierte anschließend in Bonn und Köln Mathematik, Physik, Geologie, Mineralogie und Philosophie und promovierte im Dezember 1937 an der Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn mit der Arbeit "Quantenmechanik und Daseinsrelativität" zum Dr.phil.nat.  Da er, um sich zu habilitieren, ein halbes Jahr lang eine "Ordensburg" hätte besuchen müssen, was er aus politischer Gegnerschaft nicht tun wollte, verzichtete er auf eine Hochschullaufbahn und nahm ab 1. Februar 1938 eine Stelle als wissenschaftlicher Mitarbeiter (Physik) in der IG Farben in Leverkusen an.

      Schon ab 1930 begann er für verschiedene Zeitungen und Zeitschriften zu schreiben, Bücher zu publizieren und an Rundfunksendern mitzuarbeiten. Im Juni 1939 zur militärischen Übung eingezogen, musste er bei Ausbruch des zweiten Weltkrieges Soldat bleiben und wurde zwecks metereologischer Ausbildung zur Wetterdienstschule nach Berlin geschickt. Ab April 1941 arbeitete er als Physiker und Mathematiker im Hochfrequenzlaboratorium von Dr. Hollmann in Berlin-Lichterfelde, das zu Rüstungsaufträgen verpflichtet worden war. Nach der Ausbombung wurde das Labor Mitte Juli 1942 auf Grund der Initiative Max Benses nach Georgenthal/Thür. verlegt, wo es bis Kriegsende existierte.

      Nach dem Einmarsch der Amerikaner im April 1945 wurde Max Bense zunächst Bürgermeister in Georgenthal, was die Russen nach der Übernahme Thüringens bestätigten. Zum 1. September 1945 wurde er zum Kurator (Kanzler) der Universität Jena berufen mit dem Recht, Vorlesungen zu halten. 1946 habilitierte er sich mit seinen bis dahin erschienenen Büchern und Abhandlungen und mit dem neuen Buch "Konturen einer Geistesgeschichte der Mathematik. Die Mathematik in den Wissenschaften". Im September 1946 wurde er von der russischen Militärverwaltung als Kurator entlassen, aber als Professor zunächst in die pädagogische, dann in die philosophische Fakultät berufen. Da er die politische Entwicklung sehr kritisch beobachtete und sich mit dem kommunistischen Regime nicht arrangieren wollte, flüchtete er mit der Familie im Sommer 1948 nach dem Westen.

      Zunächst fand er in Boppard eine Bleibe und wurde stellvertretender Präsident des von den Franzosen gegründeten "Rheinischen Kulturinstituts" in Koblenz. In dieser Eigenschaft hielt er Vorträge im Rheinland und arbeitete an Zeitungen und Rundfunksendern mit. 1948 folgte er einem Ruf an die Technische Hochschule Stuttgart, wo er ab dem Sommersemester 1949 als Professor lehrte, allerdings erst ab 1963 zum Ordinarius ernannt wurde. Seine Tätigkeit als langjähriger Präsident des Studium Generale und als Leiter der Studiengalerie boten ihm weitere Wirkungsmöglichkeiten innerhalb der Technischen Hochschule.

      Seine unkonventionelle Art, seine temperamentvollen Vorlesungen und seine Modernität der Darstellung, auch der Geschichte der Philosophie und der Naturwissenschaften, zogen Studenten aller Fachbereiche und anderer Hochschulen Stuttgarts an. 1953-1958 und 1965/66 unterrichtete er außerdem an der Hochschule für Gestaltung in Ulm und in den sechziger Jahren an der Hochschule für Bildende Künste in Hamburg. 1960-1964 gab er Vorlesungen über Ästhetik an der Escola Superior de Desenho Industrial sowie am Museo de Arte Modern in Rio de Janeiro. Vortrags- und Kongreßreisen führten in viele Länder Europas, nach Israel, Japan, Mexiko und USA. 1978 emeritiert, lebte er bis zu seinem Tod am 29. April 1990 in Stuttgart zeitweise in Suzette/Vaucluse und reiste mehrfach nach USA. Obwohl er mehr als die Hälfte seines Lebens in Stuttgart lebte und arbeitete, kennzeichnen zwei publizierte Sätze seine Einstellung zu dieser Stadt, die ihn seiner Meinung nach nie recht zu schätzen wußte: "... daß Stuttgart eines Tages nur ein Ort meiner Füße gewesen sein wird ..." (Entwurf einer Rheinlandschaft, 1962, S.65) und "Keine Lobrede auf Stuttgart. Das wäre unangebracht. Denn von Modernität kann in dieser Stadt keine Rede sein. Es gab immer nur isolierte Punkte des Fortschritts ..." (Kritisches Jahrbuch, 1, 1966, Vorwort).

      Er liebte zwar sein Institut und seine Lehrtätigkeit, man kann sagen leidenschaftlich, verließ diese Stadt jedoch gern, um in vielen anderen deutschen Städten, aber auch im Ausland Vorträge oder Vorlesungen zu halten oder Ferien zu verbringen. Bevorzugte Plätze waren neben seiner Geburtsstadt Straßburg vor allem Paris, die Provence und New York. Er liebte einerseits das urbane Leben und andererseits kleine Dörfer, nur Provinzstädte mochte er nicht. Sie langweilten ihn.

 
Bibliografie siehe Stuttgarter Schule